Finanzen & Investieren
Warum dein Geld auf dem Sparkonto stirbt und was du stattdessen tun kannst
Ich sage dir gleich am Anfang was mich an diesem Thema wirklich wütend macht: Niemand hat uns je beigebracht wie Geld wirklich funktioniert. Nicht in der Schule. Nicht von den Eltern. Und schon gar nicht von der Bank.
Von Tatjana Metzger · 4 Min. Lesezeit
Das Märchen vom sicheren Sparkonto
Stell dir vor du hast 10.000 Euro gespart. Du bist stolz darauf – zu Recht. Du legst das Geld aufs Sparkonto weil das sicher ist. Das hast du so gelernt. Nach einem Jahr schaust du drauf: Es sind immer noch 10.000 Euro. Vielleicht ein paar Cent mehr.
Aber stimmt das wirklich? Ist dein Geld noch gleich viel wert?
Nein. Denn während dein Kontostand gleich geblieben ist, sind die Preise für alles um dich herum gestiegen. Das nennt sich Inflation und sie ist der stille Räuber der dein Erspartes Jahr für Jahr kleiner macht ohne dass du es siehst.
3,2 %
Inflation März 2026
Österreich laut Statistik Austria – dein Geld verliert jährlich an Kaufkraft
~2 %
Sparzinsen aktuell
Das Beste was Sparkonten in Österreich derzeit bieten – vor Steuer
–1,2 %
Reale Rendite
Was nach Inflation übrig bleibt – ein Minus, kein Gewinn
Konkret bedeutet das: Wer 10.000 Euro auf dem Sparkonto liegen hat verliert bei 3,2 % Inflation real etwa 320 Euro an Kaufkraft – pro Jahr. In 10 Jahren sind das über 3.000 Euro die einfach verschwinden.
Warum das speziell für uns Frauen ein Problem ist
Ich rede jetzt nicht von Männern und Frauen um einen Konflikt zu machen. Ich rede davon weil die Zahlen eindeutig sind, und weil sie mich persönlich aufgeweckt haben.
Laut einer aktuellen Studie der Erste Bank aus 2026 investieren in Österreich nur 29 % der Frauen in Wertpapiere – gegenüber 49 % der Männer. Und die Österreichische Nationalbank zeigt: Nur 15 % der Frauen besitzen Aktien oder Fonds, bei Männern sind es 28 %.
Warum ist das so? Die Frauen selbst sagen:
→ 35 % sagen: zu wenig Wissen
→ 35 % sagen: zu wenig Geld
→ 10 % sagen: zu hohes Risiko
Ich verstehe das. Ich war selbst lange so. Und ich sage dir: Keiner dieser Gründe ist so groß wie er sich anfühlt. Denn hier ist das Paradoxe: Frauen hatten 2023 eine um 0,5 Prozentpunkte bessere Portfolio-Performance als Männer. Wir sind also die besseren Investorinnen – wir fangen nur seltener an.
Was Investieren wirklich bedeutet und was nicht
Ich vertraue keinem Finanzberater der nicht selbst Millionär ist, wer würde mir sonst erklären wie man Vermögen aufbaut? Deshalb habe ich das Thema selbst in die Hand genommen.
Und das erste was ich gelernt habe: Investieren ist nicht dasselbe wie Zocken. Es ist nicht dasselbe wie Kryptos kaufen und auf eine Rakete hoffen. Und es bedeutet auch nicht dass du jeden Tag die Börse beobachten musst.
Investieren bedeutet in seiner einfachsten Form: Du kaufst Anteile an echten Unternehmen weltweit und profitierst davon wenn diese Unternehmen wachsen. Über lange Zeiträume ist das der einzige bewährte Weg um Vermögen aufzubauen ohne dafür täglich zu arbeiten.
Was ist ein ETF?
Ein ETF ist ein Korb aus vielen Aktien gleichzeitig.
Statt eine einzige Aktie zu kaufen und alles auf eine Karte zu setzen, kaufst du mit einem ETF Anteile an Hunderten oder Tausenden von Unternehmen auf einmal. Das Risiko verteilt sich und du brauchst kein tiefes Finanzwissen um zu starten. ETFs sind günstig, transparent und bereits ab 25 Euro pro Monat möglich.
Der Zinseszins – dein mächtigstes Werkzeug
Albert Einstein soll gesagt haben, der Zinseszins sei die stärkste Kraft im Universum. Ob er das wirklich gesagt hat weiß niemand genau, aber die Mathematik dahinter ist real.
Wenn du 200 Euro pro Monat investierst und historisch realistische 7 % Jahresrendite anlegst – was ein breit gestreuter ETF über lange Zeiträume im Schnitt gebracht hat – dann schaust du nach 20 Jahren nicht auf 48.000 Euro, sondern auf über 104.000 Euro. Der Unterschied ist der Zinseszins.
Das Geld das du heute nicht investierst kann nicht für dich wachsen. Und jedes Jahr das du wartest ist ein Jahr weniger Zinseszins.
Wie du konkret anfängst ohne Finanzstudium
Ich gebe dir hier keinen konkreten Tipp welche ETFs du kaufen sollst – dafür bin ich keine Finanzberaterin und das hängt von deiner Situation ab. Aber ich kann dir sagen wie der Einstieg für absolute Anfängerinnen aussieht:
Schritt 1 – Depot eröffnen: Ein Wertpapierdepot ist das Konto auf dem deine Investments liegen. Online-Broker wie Flatex, Scalable Capital oder Trade Republic sind in Österreich günstig und ohne Mindestanlage.
Schritt 2 – ETF auswählen: Für Anfängerinnen empfehlen viele unabhängige Finanzexpertinnen einen breit gestreuten Welt-ETF wie den MSCI World oder FTSE All World. Er enthält Tausende Unternehmen aus aller Welt.
Schritt 3 – Sparplan einrichten: Statt alles auf einmal zu investieren richtest du einen monatlichen Sparplan ein – bereits ab 25 Euro. Der Betrag wird automatisch investiert, du musst nichts tun.
Schritt 4 – Dranbleiben: Investieren ist kein Sprint sondern ein Marathon. Die größten Fehler passieren wenn man in schlechten Phasen verkauft. Wer langfristig dabei bleibt hat historisch immer gewonnen.
Bevor du investierst solltest du deine Finanzen strukturieren – damit du weißt welcher Betrag wirklich jeden Monat zum Investieren übrig ist, ohne dass du dabei deine Fixkosten vernachlässigst.
→ Das 3-Konten-Modell: Wie du endlich weißt wo dein Geld bleibt
Das einzige Risiko das wirklich zählt
Viele Frauen sagen mir: Aber Investieren ist doch riskant. Und ja – Kurse können schwanken. Das ist real.
Aber weißt du was das größte Risiko ist? Nichts zu tun. Auf dem Sparkonto zu bleiben während die Inflation dein Erspartes Jahr für Jahr kleiner macht. Das ist kein sicherer Hafen – das ist ein langsames Leck.
Du musst keine Expertin sein um anzufangen. Du musst nur anfangen.
Und wenn du irgendwann merkst dass Sparen und Investieren allein nicht reicht um wirklich finanziell frei zu werden – dann ist dieser Artikel der nächste Schritt:
→ Warum eine zweite Einkommensquelle heute keine Option mehr ist – sondern eine Notwendigkeit
Fang heute an. Nicht perfekt – aber los.
Ich glaub an dich.
Tatjana ♛
Investierst du schon? Schreib mir auf Instagram – ich freue mich über jeden Austausch zu dem Thema!
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Vergangene Renditen sind kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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