Finanzen & Sommer
Warum der Sommer das Konto leer macht und wie du gegensteuern kannst
Es ist Mai. Die Sonne kommt raus, die Terrassen füllen sich, das Leben fühlt sich plötzlich wieder leicht an. Und genau dann passiert es – das Geld fließt ab. Nicht in großen Beträgen. Sondern in kleinen, harmlosen Happen die zusammen einen ganz schönen Schaden anrichten.
Von Tatjana Metzger · 6 Min. Lesezeit
Kennst du diesen September-Moment?
Du öffnest im September dein Online-Banking. Und du staunst, aber nicht positiv. Irgendwie ist der Sommer deutlich teurer geworden als geplant. Dabei hast du gar nicht das Gefühl dass du so viel ausgegeben hast.
Kein einziger großer Kauf. Kein Urlaub der aus dem Ruder gelaufen ist. Einfach… der Sommer. Und trotzdem ist das Konto leer.
Das ist kein Zufall. Der Sommer hat eine ganz eigene Psychologie wenn es ums Geld geht und die wenigsten kennen sie. Deshalb schreibe ich heute darüber.
Warum der Sommer unser Gehirn austrickst
Im Winter bleibst du daheim, kochst öfter selbst, gönnst dir vielleicht einen Filmabend. Das kostet wenig.
Im Sommer passiert etwas Seltsames: Das Leben findet plötzlich draußen statt. Und draußen kostet fast alles Geld. Eine Runde Getränke auf der Terrasse. Der spontane Tagesausflug. Das neue Sommerkleid weil die Sonne einfach gute Laune macht. Das Eis nach dem Spaziergang. Die Sommerhochzeit. Das Festival.
Jede dieser Ausgaben ist für sich genommen völlig vertretbar. Das Problem ist ihre Häufigkeit. Im Sommer kommen sie einfach viel öfter vor.
Forscher nennen das den Summer Spending Effect: Gutes Wetter macht uns impulsiver und ausgabefreudiger. Wir leben mehr im Moment – und denken weniger ans Konto.
Wo das Geld wirklich verschwindet
Ich zeige dir jetzt ein typisches Sommer-Szenario. Schau mal ob du dich wiedererkennst:
Die Terrassen-Runde
Es ist Donnerstagabend, 25 Grad, du triffst dich mit zwei Freundinnen. Eine Runde Aperol, dann noch eine, dazu eine Kleinigkeit essen. Du zahlst abwechselnd. Am Ende des Abends: entspannt, glücklich – und 45 Euro ärmer.
Wenn das 3x im Monat passiert: 135 Euro
Der Spontan-Ausflug
Samstag, strahlender Sonnenschein. Spontan beschließt ihr einen See zu fahren. Parkticket, Eintritt, Eis, Mittagessen am See, Tankfüllung hin und zurück. Schöner Tag aber teurer als gedacht.
Pro Ausflug: 60 bis 90 Euro
Das Sommer-Shopping
Die Sandalen vom letzten Jahr sind kaputt. Du brauchst wirklich neue. Dann noch ein leichtes Kleid weil es so schön ist. Und der Sonnenschutz war eh fast leer. Macht zusammen mehr als geplant aber alles davon war ja irgendwie nötig.
Pro Einkauf: 80 bis 150 Euro
Das Abo das du vergessen hast
Im Sommer buchst du vielleicht eine Streaming-Plattform für die Reise, ein Fitness-Angebot für draußen, die Sommer-App. Jedes kostet wenig aber sie summieren sich still im Hintergrund.
Versteckte Abos: 20 bis 50 Euro pro Monat
Zusammengerechnet reden wir schnell von 300 bis 500 Euro die im Sommer zusätzlich ausgegeben werden, ohne dass es sich wie viel anfühlt. Monat für Monat. Drei Monate lang.
Die gute Nachricht: Du musst nicht verzichten
Ich sage dir jetzt nicht dass du aufhören sollst Aperol zu trinken oder keine Ausflüge mehr machen sollst. Das wäre absurd. Der Sommer ist zum Genießen da.
Aber es gibt einen Unterschied zwischen bewusstem Genuß und unbewusstem Geldverlust. Und der liegt meistens nicht darin wie viel du ausgibst – sondern ob du es weißt oder nicht.
Sommer-Budget festlegen
Setz dir zu Beginn des Monats ein konkretes Sommer-Budget für Terrassen, Ausflüge, Shopping und Spontankauf. Wenn das Budget weg ist, ist es weg. Kein schlechtes Gewissen, keine Panik.
Das Spaßkonto bewusst nutzen
Wenn du bereits mit einem 3-Konten-Modell arbeitest weißt du genau wie viel auf deinem Spaßkonto ist. Das ist genau das Geld das dir für den Sommer gehört. Kein Grübeln, kein Nachrechnen – einfach genießen bis es aufgebraucht ist.
Einmal im Monat drüber schauen
Nimm dir einmal im Monat – vielleicht an einem Sonntagabend – fünf Minuten Zeit und schau auf deine Ausgaben. Nicht um dich zu bestrafen, sondern um bewusst zu bleiben. Diese fünf Minuten verändern dein Verhalten mehr als jeder Vorsatz.
Den Sommer vorfinanzieren
Wer weiß dass der Sommer teurer wird kann schon im März oder April einen kleinen Extra-Betrag auf die Seite legen – gezielt für die warmen Monate. Dann macht das Geld ausgeben noch mehr Spaß weil du weißt: Das habe ich mir selbst aufgebaut.
Du fragst dich wie das mit dem Spaßkonto und dem 3-Konten-Modell genau funktioniert? Hier erkläre ich es dir ausführlich:
→ Das 3-Konten-Modell: Wie du endlich weißt wo dein Geld bleibt
Wie ein Sommer mit System sich anfühlt
Stell dir vor du gehst Ende August auf dein Konto schauen. Und statt dem gewohnten Schreck siehst du: Es ist noch was da. Nicht viel – aber du bist nicht im Minus. Du hast den ganzen Sommer genossen – Freundinnen, Ausflüge, Eis, Terrassen. Und trotzdem bist du finanziell genau dort wo du sein wolltest.
Das ist kein Traum. Das ist das Ergebnis von einem einzigen einfachen Schritt: Bewusstsein. Wissen was reinkommt und wissen was rausgeht. Alles andere ergibt sich von selbst.
Übrigens: Wenn du merkst dass der Sommer das Konto leert weil einfach zu wenig reinkommt – dann ist das kein Budgetproblem. Dann ist das ein Einkommensproblem. Und dafür gibt es auch eine Lösung:
→ 7 Spar-Challenges die dein Konto verändern – ohne großen VerzichtGenieß den Sommer. Aber genieß ihn bewusst.
Dein Konto im September wird es dir danken.
Tatjana ♛
Was ist deine größte Sommer-Ausgabe? Schreib mir auf Instagram – ich bin gespannt was bei euch am meisten ins Geld geht!
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