Warum Frauen beim Investieren besser sind als Männer – und es trotzdem seltener tun

frau sitzt vor dem laptop und schaut sich einen chart an

Investieren & Finanzen

Warum Frauen beim Investieren besser sind als Männer und es trotzdem seltener tun

Das ist kein Motivationsartikel. Das sind Fakten. Frauen erzielen nachweislich bessere Renditen als Männer und treffen beim Investieren klügere Entscheidungen. Und trotzdem sind es fast überall die Männer die ihr Geld arbeiten lassen. Wie passt das zusammen?

Von Tatjana Metzger  ·  5 Min. Lesezeit

Die Zahlen die mich selbst überrascht haben

Ich erinnere mich noch genau an den Moment als ich zum ersten Mal diese Studie gelesen habe. Ich war ehrlich gesagt ein bisschen verblüfft. Denn ich hatte immer angenommen dass Männer einfach besser mit Geld umgehen können, das hört man ja ständig. Und dann das.

Eine große Auswertung von Fidelity Investments – einem der größten Vermögensverwaltungsunternehmen weltweit – hat über 8 Millionen Anlegerinnen und Anleger analysiert. Das Ergebnis war eindeutig: Frauen erzielten im Schnitt eine um 0,4 Prozentpunkte höhere Jahresrendite als Männer. Das klingt nach wenig, aber über 20 oder 30 Jahre macht das einen enormen Unterschied.

Eine weitere Studie von Warwick Business School kam zum gleichen Ergebnis. Frauen schlugen Männer beim Investieren um durchschnittlich 1,8 Prozentpunkte pro Jahr.

+0,4 %

Mehr Rendite pro Jahr

Frauen vs. Männer laut Fidelity Investments, Auswertung von 8 Mio. Anlegern

+1,8 %

Mehr Rendite pro Jahr

Laut Warwick Business School – über Jahrzehnte ein riesiger Unterschied

29 %

Frauen investieren

In Österreich legen nur 29 % der Frauen Geld an – gegenüber 49 % der Männer

Warum Frauen die besseren Anleger sind

Das ist keine Frage des Glücks. Forscher haben konkrete Gründe herausgearbeitet warum Frauen beim Investieren systematisch besser abschneiden.

Sie handeln seltener

Männer kaufen und verkaufen Aktien im Schnitt 45 % häufiger als Frauen. Und jede Transaktion kostet Gebühren und birgt das Risiko schlechtes Timing. Frauen kaufen, halten und lassen den Zinseszins arbeiten. Genau das ist die Strategie die langfristig gewinnt.

Sie lassen sich weniger von Emotionen leiten

Wenn die Börse fällt verkaufen viele Männer in Panik. Frauen bleiben laut mehreren Studien in schlechten Phasen ruhiger und halten ihre Investments, was langfristig fast immer die bessere Entscheidung ist.

Sie recherchieren mehr

Frauen informieren sich gründlicher bevor sie eine Investitionsentscheidung treffen. Männer neigen dazu sich übermäßig sicher zu fühlen. Ein Phänomen das Forscher als Overconfidence-Bias bezeichnen. Frauen sind bescheidener in ihrer Selbsteinschätzung und das zahlt sich buchstäblich aus.

jemand zählt geldscheine

Warum Frauen trotzdem seltener investieren

Das ist die Frage die mich wirklich beschäftigt. Denn die Fähigkeit ist offensichtlich da. Die Ergebnisse beweisen es. Aber trotzdem sind es immer noch viel weniger Frauen die ihr Geld investieren.

Wenn man Frauen fragt warum sie nicht investieren kommen meistens drei Antworten: zu wenig Wissen, zu wenig Geld, zu hohes Risiko. Und ich verstehe alle drei. Ich hatte diese Gedanken selbst.

Diese drei Gründe sind keine echten Hindernisse. Sie sind Ausdruck davon dass uns niemand je beigebracht hat wie das alles funktioniert. Und das ist kein persönliches Versagen.

Mädchen wachsen selten mit Gesprächen über Aktien oder Depots auf. In den meisten Familien reden die Männer über Geld – oder Geld wird gar nicht besprochen. Das Ergebnis ist eine ganze Generation von Frauen die sich beim Thema Investieren unwohl fühlen, obwohl sie es eigentlich besser können.

Hinzu kommt die Finanzbranche selbst. Männer werden seit Jahrzehnten als die natürlichen Investoren vermarktet. Werbung, Sprache, Produkte – alles war lange auf Männer ausgerichtet. Kein Wunder dass sich viele Frauen dort fehl am Platz fühlen.

Was das konkret für dich bedeutet

Wenn du bisher noch nicht investiert hast ist das kein Grund sich zu schämen. Es ist ein Grund anzufangen.

Du bringst alles mit was es braucht: Geduld, Gründlichkeit, die Fähigkeit langfristig zu denken und nicht bei jedem Kurssturz in Panik zu verfallen. Das sind keine Schwächen, das sind genau die Eigenschaften die beim Investieren den Unterschied machen.

Und du brauchst nicht viel um anzufangen. Kein großes Kapital, kein Studium, keine Erfahrung. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan ab 25 Euro im Monat reicht als erster Schritt. Was du brauchst ist der Entschluss dass dein Geld aufhört still zu liegen und anfängt für dich zu arbeiten.

Und bevor du investierst lohnt es sich deine Finanzen zu strukturieren damit du genau weißt was jeden Monat übrig bleibt. Ein guter erster Schritt dafür:

→   Das 3-Konten Modell: Mehr Geld übrig ohne mehr zu verdienen

eine bildschirm mit aktienchart

Wir sind längst bereit,wir müssen nur anfangen

Die Daten sind eindeutig. Frauen investieren besser. Was fehlt ist nicht die Fähigkeit – es ist der Anfang.

Und der Anfang muss nicht perfekt sein. Er muss nur passieren. Denn jedes Jahr das vergeht ohne dass dein Geld arbeitet ist ein Jahr Zinseszins den du nicht zurückbekommst.

Jetzt liegt es an dir.

Ich glaub an dich.

Tatjana ♛

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